Die Jobsuche zieht sich, die Bewerbungen bleiben ohne Antwort, und langsam beschleicht Dich das Gefühl, dass Du allein nicht weiterkommst. Professionelle Unterstützung wäre gut – aber ein Coaching kostet doch sicher ein Vermögen, oder?
Nicht unbedingt. Es gibt geförderte Coachings, die für Dich kostenlos sein können, bezahlt über das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit. Möglich macht das ein Gutschein, von dem viele noch nie gehört haben: der AVGS. Genau deshalb verschenken jeden Tag Menschen eine Chance, die ihnen eigentlich offensteht.
Was dieser Gutschein ist, was er bezahlt, wer ihn bekommen kann und wie Du herausfindest, ob er auch für Dich in Frage kommt – wir gehen es der Reihe nach durch.
Kostenloses Coaching über das Jobcenter – gibt es das wirklich?
Ja. Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter können die Kosten für ein Coaching vollständig übernehmen. Das ist kein Kredit, den Du zurückzahlst, und kein zwielichtiges Angebot, sondern ein reguläres Förderinstrument der Arbeitsförderung.
Was viele überrascht: Gefördert wird auch ein individuelles Einzelcoaching, das ganz auf Deine Situation zugeschnitten ist – es muss also kein Gruppenprogramm von der Stange sein. Die Voraussetzung ist ein Gutschein, und der heißt AVGS.
Dahinter steckt eine einfache Logik: Wer mit der richtigen Unterstützung schneller wieder Arbeit findet, ist kürzer auf Leistungen angewiesen. Die Förderung ist also kein Geschenk, sondern eine Investition, die sich für beide Seiten lohnt – für Dich und für die Behörde.
Was ist der AVGS? Einfach erklärt
AVGS steht für Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein. Rechtsgrundlage ist § 45 SGB III. Vereinfacht funktioniert er so: Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter stellt Dir den Gutschein aus. Damit gehst Du zu einem zugelassenen Bildungsträger Deiner Wahl, der das Coaching durchführt. Die Kosten rechnet der Träger direkt mit der Behörde ab – bei Bewilligung bis zu 100 % förderfähig.
Wichtig zu wissen: Für ein Coaching bei einem Träger ist der AVGS eine Ermessensleistung. Es gibt also keinen Automatismus – Dein zuständiger Sachbearbeiter entscheidet im Einzelfall, ob ein Coaching Deine berufliche Eingliederung sinnvoll unterstützt.
Was wird mit dem AVGS gefördert?
Der AVGS ist vielseitiger, als viele denken. Je nach Deinem Ziel kommen unterschiedliche Coachings in Frage:
- Jobcoaching und Bewerbungscoaching – für die Jobsuche, überzeugende Unterlagen und ein sicheres Auftreten im Vorstellungsgespräch: das Jobcoaching Kompakt oder Komplett.
- Karrierecoaching für Akademiker – wenn der Abschluss da ist, aber der Einstieg fehlt: das Karrierecoaching für Akademiker.
- Jobcoaching für Eltern – für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit.
- Integrationscoaching – für internationale Fachkräfte, die in Deutschland beruflich Fuß fassen wollen: das Integrationscoaching.
- Gründungscoaching – wenn Du Dich aus der Arbeitslosigkeit selbstständig machen willst: das Gründungscoaching Kompakt. Wie das genau funktioniert, zeigt Mit dem AVGS in die Selbstständigkeit.
Allen gemeinsam ist: Es geht nicht um ein Programm von der Stange, sondern um eine Begleitung, die zu Deiner Lage passt.
AVGS oder Bildungsgutschein? Der Unterschied
Beim Stichwort „Förderung“ werfen viele zwei Dinge durcheinander – gut, sie auseinanderzuhalten:
- Der AVGS fördert ein Coaching oder eine Beratung: Jobcoaching, Bewerbungscoaching, Gründungscoaching. Es geht um Begleitung, Strategie und Auftreten – meist über Wochen.
- Der Bildungsgutschein fördert eine längere Weiterbildung oder Umschulung, etwa zu einem neuen Berufsabschluss.
Suchst Du also Unterstützung bei der Jobsuche, bei den Bewerbungen oder beim Schritt in die Selbstständigkeit, ist der AVGS Dein Stichwort. Geht es Dir um eine komplette Umschulung, fragst Du nach einem Bildungsgutschein.
Wer kann einen AVGS bekommen?
Der Kreis ist größer, als die meisten vermuten. Grundsätzlich kommt ein AVGS in Frage, wenn Du arbeitsuchend gemeldet bist – unabhängig davon, ob Du Arbeitslosengeld I (zuständig: Agentur für Arbeit) oder Bürgergeld (zuständig: Jobcenter) beziehst.
Auch wer noch gar nicht arbeitslos ist, aber von Arbeitslosigkeit bedroht ist – etwa durch eine bevorstehende Kündigung oder einen auslaufenden Vertrag – kann sich frühzeitig melden. Eine bestimmte Dauer der Arbeitslosigkeit ist für ein Coaching nicht vorgeschrieben. Welche Situationen typischerweise passen, haben wir im Beitrag Habe ich Anspruch auf einen AVGS? ausführlich aufgeschlüsselt.
Selbst wenn Du unsicher bist, ob Du „dazugehörst“: Frag lieber nach, als die Möglichkeit ungenutzt zu lassen. Viele unterschätzen ihre Chancen – und weil es eine Einzelfallentscheidung ist, lohnt sich die Nachfrage fast immer.
Was kostet Dich das?
Bei einem bewilligten AVGS: nichts. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernimmt die Kosten der Maßnahme, der Träger rechnet direkt mit der Behörde ab. Für Dich ist das Coaching dann in der Regel kostenfrei – bis zu 100 % förderfähig, ohne versteckte Zuzahlung.
Du musst also nicht zwischen „professioneller Hilfe“ und „dem Geld dafür“ wählen. Genau diese Brücke baut der AVGS.
Was ein gefördertes Coaching konkret bringt
„Kostenlos“ allein überzeugt nicht – es zählt, was am Ende dabei herauskommt. Je nach Ziel nimmst Du aus einem Coaching typischerweise mit:
- Klarheit über Deine Richtung. Du weißt hinterher, welche Stellen oder welcher Weg wirklich zu Dir passen.
- Bewerbungsunterlagen, die gelesen werden. Lebenslauf und Anschreiben werden so, dass sie aus dem Stapel herausstechen.
- Eine klare Strategie statt Bewerbungen nach dem Gießkannenprinzip.
- Mehr Sicherheit im Auftreten – im Vorstellungsgespräch und bei der Gehaltsfrage.
Eine Garantie auf eine bestimmte Stelle gibt es nicht – das wäre unseriös. Was Du bekommst, ist die beste Ausgangslage, um Dein Ziel aus eigener Kraft zu erreichen. Wie ein Coaching dabei Schritt für Schritt abläuft, zeigt der Beitrag zum Ablauf eines AVGS-Jobcoachings.
Warum kennen so wenige den AVGS?
Eine berechtigte Frage. Der AVGS wird nicht breit beworben, und im hektischen Behördenalltag kommt er im Gespräch nicht immer von selbst zur Sprache. Viele verbinden „Coaching“ außerdem mit teuren Privatangeboten und kommen gar nicht auf die Idee, dass die Arbeitsförderung so etwas bezahlt.
In der Beratung hören wir deshalb oft denselben Satz: „Davon hat mir nie jemand erzählt.“ Das ist schade, denn der erste Schritt ist einfacher, als viele denken – man muss nur wissen, dass es den Weg gibt.
Drei Situationen, in denen sich ein gefördertes Coaching lohnt
Vielleicht erkennst Du Dich in einer davon wieder:
Wie kommst Du an einen AVGS? In drei Schritten
Der Weg ist unkomplizierter, als der Begriff vermuten lässt:
- Arbeitsuchend melden. Falls noch nicht geschehen, melde Dich bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter – online, telefonisch oder vor Ort.
- Das Gespräch beim Sachbearbeiter führen. Den AVGS beantragst Du in der Regel mündlich im Gespräch. Worauf es dabei ankommt, zeigt unser Beitrag AVGS beim Sachbearbeiter beantragen.
- Träger wählen und starten. Mit dem bewilligten Gutschein suchst Du Dir einen zugelassenen Träger aus und legst los.
Den kompletten Ablauf inklusive Voraussetzungen findest Du in unserem AVGS-Leitfaden. Und wie ein Coaching dann konkret abläuft, zeigt der Beitrag zum Ablauf eines AVGS-Jobcoachings.
Ein Tipp für Schritt 2: Geh nicht unvorbereitet ins Gespräch. Wer sein Ziel klar benennen und einen passenden, AZAV-zertifizierten Träger nennen kann, macht es dem Sachbearbeiter leicht zuzustimmen. Genau diese Vorbereitung übernehmen wir auf Wunsch gemeinsam mit Dir.
Online und deutschlandweit – ohne Anfahrt
Ein gefördertes Coaching musst Du nicht zwingend vor Ort wahrnehmen. Bei S-CBF läuft es online, per Video – Du brauchst nur ein internetfähiges Gerät und eine stabile Verbindung. So kannst Du von überall in Deutschland teilnehmen, sparst Dir Wege und kannst das Coaching gut in Deinen Alltag einbauen.
Eine typische Sitzung dauert rund eine Stunde: Ihr besprecht, was ansteht, schaut gemeinsam auf Deine Unterlagen oder passende Stellen und legt fest, was bis zum nächsten Mal dran ist. Die Technik ist unkompliziert – wir führen Dich durch alles, was Du brauchst.
Kommt ein AVGS für Dich in Frage? Finde es heraus
Ob ein AVGS in Deinem Fall in Frage kommt, lässt sich oft in wenigen Minuten einschätzen. Du musst dazu nichts beantragen und Dich zu nichts verpflichten – ein kurzes Gespräch reicht, um Klarheit zu bekommen. Genau das machen wir gern gemeinsam mit Dir, kostenlos und unverbindlich.
Was passiert im kostenlosen Erstgespräch?
Vielleicht zögerst Du, weil Du nicht weißt, was auf Dich zukommt. Das Erstgespräch ist unkompliziert und verpflichtet zu nichts:
- Du schilderst kurz Deine Situation und was Du beruflich erreichen willst.
- Wir schätzen gemeinsam ein, ob ein AVGS für Dich in Frage kommen kann.
- Wir erklären Dir die nächsten Schritte – und worauf es im Gespräch mit dem Sachbearbeiter ankommt.
Danach entscheidest Du in Ruhe, ob und wie Du weitermachen möchtest. Kein Druck, keine versteckten Kosten – nur Klarheit darüber, welche Möglichkeiten Du hast.
Häufige Zweifel – und was wirklich dran ist
Wenn etwas kostenlos klingt, werden viele skeptisch. Diese Gedanken hören wir oft – und meist lösen sie sich schnell auf:
- „Das klingt zu schön, um wahr zu sein.“ Ist es nicht. Der AVGS ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Arbeitsförderung – gesetzlich geregelt in § 45 SGB III.
- „Bringt so ein Coaching überhaupt etwas?“ Es zaubert keinen Job herbei, aber es verbessert spürbar, wie Du Dich präsentierst – und damit Deine Chancen.
- „Ich bin dafür bestimmt zu spät dran.“ In der Regel nicht. Ein Coaching kann zu Beginn der Arbeitslosigkeit genauso sinnvoll sein wie nach längerer erfolgloser Suche.
- „Der Aufwand lohnt sich nicht.“ Der einzige Aufwand ist Deine Zeit – gut investiert, wenn sie Dich schneller ans Ziel bringt. Die Kosten trägt der Gutschein.
Wenn Dich ein anderer Gedanke umtreibt, sprich ihn im Erstgespräch ruhig an. Genau dafür ist es da.
Häufige Fragen zum kostenlosen Coaching mit AVGS
Weiterlesen
- Karrierecoaching für Akademiker – Berufseinstieg trotz Studium
- Wiedereinstieg nach der Elternzeit – zurück in den Job nach der Familienzeit
- Integrationscoaching für internationale Fachkräfte – beruflich in Deutschland ankommen
Dein nächster Schritt
Jetzt weißt Du, dass es kostenlose, geförderte Coachings gibt – und wie der Weg dorthin aussieht. Der größte Fehler wäre, die Möglichkeit ungenutzt zu lassen, nur weil man nichts davon wusste. Der erste Schritt kostet Dich nichts außer einem kurzen Gespräch.
Finde heraus, ob ein AVGS für Dich in Frage kommt
In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Deine Situation an, klären, ob ein AVGS für Dich in Frage kommen kann, und begleiten Dich Schritt für Schritt. Unverbindlich, online, von überall in Deutschland – und ganz ohne Druck.






